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Lipödem und Alter: Wie hormonelle Phasen die Erkrankung beeinflussen

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9.2.2026
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7

Minuten
Dr. med. Stefan Rapprich
Facharzt für Dermatologie, Spezialist in Phleobologie & Medical Advisor
Du fragst dich, ob dein Alter deine Lipödem-Symptome beeinflusst? Hormonelle Umstellungen in Pubertät, Schwangerschaft und Wechseljahren sind oft entscheidende Trigger. Verstehe die Zusammenhänge, um deinen individuellen Therapieweg zu finden.
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Key Takeaways

Das Lipödem tritt typischerweise in hormonellen Umbruchphasen wie Pubertät, Schwangerschaft oder den Wechseljahren auf oder verschlimmert sich in diesen Zeiten.

Eine frühe Diagnose ist entscheidend, um das Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen, wird aber oft durch die Verwechslung mit normaler Gewichtszunahme um Jahre verzögert.

Die Therapie ist in jedem Alter möglich und zielt laut S2k-Leitlinie primär auf die Schmerzreduktion ab; digitale Angebote wie der DocReport können den Weg zur Diagnose beschleunigen.

Das Lipödem ist eine chronische Erkrankung, die sich im Laufe des Lebens stark verändern kann. Viele Frauen bemerken erste Anzeichen bereits in der Pubertät, doch oft vergehen mehr als 10 Jahre bis zur finalen Diagnose. Die Symptome wie Schmerzen, Druckempfindlichkeit und eine Zunahme des Umfangs an Beinen und Armen sind eng an hormonelle Schlüsselphasen gekoppelt. Dieser Artikel erklärt dir, wie das Lipödem im Alter fortschreitet, welche Rolle die Hormone spielen und warum eine frühzeitige fachärztliche Einschätzung entscheidend ist, um die Kontrolle zurückzugewinnen.

Pubertät: Der häufigste Startpunkt für das Lipödem

Für viele junge Frauen beginnt der Weg mit dem Lipödem während der Pubertät, einer Zeit intensiver hormoneller Veränderungen. Typischerweise treten erste Symptome wie eine symmetrische Fettzunahme an den Beinen zwischen dem 16. und 30. Lebensjahr auf. Diese Veränderungen werden oft fälschlicherweise als "Babyspeck" oder normale Gewichtszunahme abgetan. Doch bereits in diesem frühen Stadium berichten viele von einer hohen Druckempfindlichkeit und Schmerzen. Eine frühe Diagnose ist entscheidend, da sie den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen kann, doch leider erhalten die meisten Frauen in diesem Alter noch keine klare Diagnose. Die Unterscheidung zu einer normalen körperlichen Entwicklung ist für Laien schwer, was den Weg zu Fachärzt:innen oft um Jahre verzögert. Dieser Umstand unterstreicht die Notwendigkeit, die ersten Anzeichen eines Lipödems ernst zu nehmen.

Schwangerschaft und junge Erwachsenenjahre: Ein zweiter Schub

Nach der Pubertät kann eine Schwangerschaft die nächste hormonelle Umbruchphase sein, die ein Lipödem auslöst oder ein bestehendes deutlich verschlimmert. In den Jahren zwischen 20 und 30 manifestiert sich die Erkrankung bei einem Großteil der Patientinnen. Obwohl die Erkrankung oft schon Jahre zuvor beginnt, wird die offizielle Diagnose häufig erst zwischen dem 30. und 50. Lebensjahr gestellt. Das Lipödem schreitet dabei langsam fort und durchläuft verschiedene Stadien, die jedoch nichts über die Intensität der Schmerzen aussagen müssen. Eine Patientin in Stadium 1 kann bereits unter starken Beschwerden leiden. Die Diskrepanz zwischen dem schlanken Oberkörper und den kräftigeren Beinen oder Armen wird in dieser Lebensphase oft deutlicher. Mehr Informationen zur richtigen Lipödem-Diagnose können hier den Weg weisen.

Wechseljahre: Die dritte kritische Phase für Lipödem-Patientinnen

Die Wechseljahre stellen die dritte große hormonelle Herausforderung für Frauen mit Lipödem dar. Der sinkende östrogenspiegel kann die Fettverteilung erneut beeinflussen und die Symptome verstärken. Viele Frauen berichten in dieser Zeit von einem regelrechten Schub, der Schmerzen und Schwellungen intensiviert. Es ist sogar möglich, dass ein Lipödem in den Wechseljahren erstmals auftritt, insbesondere bei einer genetischen Veranlagung. Folgende Symptome können sich verschlimmern:

  • Zunehmende Druck- und Berührungsempfindlichkeit
  • Verstärktes Schwere- und Spannungsgefühl in den Extremitäten
  • Schnellere Bildung von blauen Flecken
  • Eine Zunahme des Gewebevolumens trotz gleichbleibender Lebensweise

Ein Trost ist, dass sich der Hormonhaushalt nach den Wechseljahren stabilisiert, wodurch weitere hormongesteuerte Schübe meist ausbleiben. Das Wissen um den Zusammenhang von Lipödem und den Wechseljahren hilft, die Veränderungen besser einzuordnen.

Diagnose und Klarheit: In jedem Alter der richtige Schritt

Unabhängig davon, ob du 20, 40 oder 60 Jahre alt bist: Es ist nie zu spät für eine Diagnose. Studien zeigen, dass über 50 % der betroffenen Frauen mehr als 10 Jahre auf Klarheit warten. Die Wartezeiten bei Fachärzt:innen wie Phlebolog:innen oder Lympholog:innen können bis zu einem Jahr betragen. Hier kann eine digitale Lösung den Weg erheblich beschleunigen. Der LipoCheck DocReport bietet dir eine offizielle fachärztliche Telediagnose für einmalig 48,26 €. Du erhältst zeitnah eine erste Einschätzung und eine Therapieempfehlung, die dir als Orientierung für die nächsten Schritte dient. Dieser Befund kann dir helfen, schneller die richtige Versorgung einzuleiten und die lange Phase der Unsicherheit zu beenden. Erfahre mehr darüber, was ein Lipödem ist und wie du Gewissheit erlangst.

Therapie im Wandel des Lebens: Ein ganzheitlicher Ansatz

Die Behandlung des Lipödems muss an die individuelle Lebenssituation und das Alter angepasst werden. Der Fokus liegt laut der aktuellen S2k-Leitlinie auf der Linderung der Schmerzen. Die Basistherapie, auch Komplexe Physikalische Entstauungstherapie (KPE) genannt, ist in jedem Alter fundamental. Sie besteht aus mehreren Säulen:

  1. Manuelle Lymphdrainage (MLD) zur Unterstützung des Lymphsystems
  2. Kompressionstherapie mit flach gestrickten Strümpfen zur Schmerzreduktion
  3. Bewegung unter Kompression zur Aktivierung der Muskelpumpe
  4. Sorgfältige Hautpflege zur Vermeidung von Infektionen

Ab dem 01.01.2026 ist die Liposuktion unter bestimmten Voraussetzungen eine Regelleistung der gesetzlichen Krankenkassen, ohne dass ein Antrag nötig ist. Die Entscheidung für eine Operation ist sehr persönlich und sollte gemeinsam mit erfahrenen Fachärzt:innen getroffen werden, unabhängig vom Alter bei Lipödem.

FAQ

Wird das Lipödem immer schlimmer, je älter man wird?

Das Lipödem ist eine fortschreitende Erkrankung, deren Symptome sich ohne Behandlung im Laufe der Zeit verschlimmern können. Hormonelle Phasen wie die Wechseljahre können diesen Prozess beschleunigen. Eine konsequente Therapie kann das Fortschreiten jedoch verlangsamen.


Ich bin erst 18, kann ich schon ein Lipödem haben?

Ja, absolut. Die Pubertät ist einer der häufigsten Auslöser für das Lipödem. Wenn du Symptome wie unerklärliche, symmetrische Fettzunahme an den Beinen, Schmerzen oder eine Neigung zu blauen Flecken bemerkst, kann eine fachärztliche Abklärung sinnvoll sein.


Verändert sich die Behandlung des Lipödems mit dem Alter?

Die Grundpfeiler der Therapie (KPE) bleiben gleich. Jedoch können im Alter Begleiterkrankungen hinzukommen, die bei der Therapieplanung, insbesondere bei einer möglichen Liposuktion, berücksichtigt werden müssen. Die Behandlung wird immer individuell angepasst.


Meine Mutter hatte erst in den Wechseljahren Symptome. Ist das bei mir auch so?

Das ist möglich, aber nicht sicher. Da eine genetische Veranlagung vermutet wird, hast du ein erhöhtes Risiko. Die Krankheit kann aber auch bei dir schon früher, z.B. in der Pubertät, ausbrechen. Achtsamkeit auf erste Anzeichen ist daher wichtig.


Wie kann mir der DocReport bei der Diagnose im Alter helfen?

Der DocReport bietet eine schnelle und unkomplizierte Möglichkeit, eine erste fachärztliche Einschätzung zu erhalten, ohne monatelang auf einen Termin warten zu müssen. Das ist in jedem Alter ein wertvoller Schritt, um Klarheit zu bekommen und die richtigen Weichen für die Therapie zu stellen.


Ist eine Liposuktion im Alter über 50 noch eine Option?

Ja, eine Liposuktion ist nicht grundsätzlich vom Alter ausgeschlossen. Entscheidend sind dein allgemeiner Gesundheitszustand und die medizinische Indikation. Eine sorgfältige ärztliche Prüfung der individuellen Voraussetzungen ist hierfür maßgeblich.